Kurkuma Studien und Erfahrungen

Zahlreiche Studien zu Kurkuma

Das indische Gewürz Kurkuma gilt als etabliertes Heilmittel in der ayurvedischen Medizin. Auch in der chinesischen Medizin kommt der natürliche Wirkstoff Curcumin mit Erfolg zum Einsatz. Naturheilkundler beschreiben in zahlreichen Veröffentlichungen den kurierenden Wert von Kurkuma. Nach und nach erreicht dieses Wissen auch westliche Therapiekonzepte.

Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Wissenschaftler der Industriestaaten mit dem bis vor kurzem noch rätselhaften Ingwer Gewächs.

Im Folgenden geben wir einen Überblick über die bekannten Studien zu Kurkuma. Auch erfolgt eine Zusammenfassung von praktischen Erfahrungen mit Kurkuma Wurzel, Kurkuma Pulver beziehungsweise Kurkuma Kapseln.

Im Anhang dieses Artikels befindet sich eine umfangreiche Liste von durchgeführten Studien mit Kurkuma.

Studie über Kurkuma und Mizellen

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Studien über Kurkuma

In weit mehr als 1.000 Studien wurde die Wirkung von Kurkuma bereits erforscht. Vorrangig basieren die Erklärungsmodelle auf den gesundheitsfördernden Eigenschaften von Curcumin. In klinischen Studien, aber auch vereinzelt Tierexperimenten gingen internationale Forscher den Geheimnissen der Kurkuma Heilwirkung auf die Spur. Je nach Interessengebiet fokussierten Wissenschaftler einzelne Teilbereiche.

Beispielsweise untersuchten sie die Wirkung von Curcumin gegen Krebs. Seit dem Jahr 2007 erscheinen circa aller 12 bis 24 Monate neue Forschungsergebnisse, welche interessante, bereits seit vielen Jahren geschätzte Wirkungsweisen immer wieder auf ein Neues belegen.

Vor allem belegen Studien die hervorragenden Wirkungen in Kombination mit schulmedizinischen Krebstherapien. Der Vorteil einer Kombination dieser mit den positiven Wirkungen von Kurkuma besteht darin, dass die Wurzel in Kapselform nicht nur Symptome lindert, sondern vielmehr auch das körpereigene Immunsystem stärkt und damit einen erneuten Ausbruch der Krebserkrankung nachhaltig verhindert. Besonders bei Brustkrebs konnte die Metastasen hemmende Wirkung von Curcumin nachgewiesen werden.

Die Kurkuma Heilwirkung bei Alzheimer zeichnete ein ebenso beeindruckendes Bild. Studienteilnehmer, die Kurkuma Kapseln einnahmen, wiesen eindeutig verbessert Gedächtnisleistungen nach circa einem Jahr auf. Einigen Teilnehmern gelang es sogar, nahe Verwandte dank der Kurkuma Wirkung wieder zu erkennen.

Auch arthritische Beschwerden legten sich dank der professionell geleiteten Einnahme von Kurkuma nach einem gewissen Behandlungszeitraum. Dank der cholesterinsenkenden Wirkung von Kurkuma profitieren ebenso zahlreiche Diabetiker von der effektiven Heilwirkung. Im Ergebnis ermöglicht das Gewürz als Kurkuma Kapsel angewendet eine geradezu natürliche Regulierung des Cholesterinwertes.

Wissenschaftlich belegt – die Wirkung von Kurkuma

Ähnlich wie die Curcumin Heilwirkung bei Arthritis profitierten auch Personen mit Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2) langfristig von diesem Heilmittel. Dadurch erlebten sie eine signifikante Steigerung ihrer Lebensqualität. Ähnliche Studienergebnisse liegen auch für die Behandlung von Mukoviszidose mit Kurkuma vor.

So gilt als bewiesen, dass Curcumin angeborene Gendefekte bereichernd ergänzt und auf diese Weise die Funktionsweise betroffener Proteine wieder aktiviert.

Auf diese Weise verlängert Kurkuma die Lebenserwartung von Personen mit Mukoviszidose. Gleichzeitig lindert der Wirkstoff Curcumin in Kombination mit anderen Inhaltsstoffen typische Symptome und steigert damit die Lebensqualität.

Erfahrungen mit Kurkuma

Dank zahlreicher und vor allem verschiedener Bestandteile in günstigen Konzentrationen gehört Kurkuma zu einem der bekanntesten Heilmittel. Ein Großteil der positiven Wirkmechanismen entsteht durch die hervorragende Funktionsweise von Curcumin, dem Hauptwirkstoff. Im Internet sind unterschiedliche Meinungen und Zusammenfassung zu finden.

Einerseits gibt es positive Berichte, während andererseits auch ungünstige Ergebnisse dargestellt werden. Auf den ersten Blick scheint die üppige Menge an Berichten als unüberschaubar. Beim genauen Hinschauen bemerkt der aufmerksame Betrachter jedoch schnell, dass die unterschiedlichen Meinungen aufgrund verschiedener, teilweise nicht korrekter Anwendung von Kurkuma zustande kommen.

Beispielsweise wirkt das Superfood Kurkuma am intensivsten, wenn täglich hohe Mengen aufgenommen werden. Gleichzeitig ist beim Genuss von Kurkuma zu beachten, dass nicht nur das Heilmittel allein wirken kann. Ähnlich wie bei anderen natürlichen Heilmethoden müssen erstens mögliche gesundheitsschädigende Faktoren deaktiviert werden.

So fördert eine ausgewogene Ernährung in Kombination mit ausreichend Bewegung und genügend Schlaf die intensive Wirkung von Kurkuma. Gleichzeitig empfiehlt sich ein Verzicht auf Nikotin und Alkohol. Darüber hinaus ist unabhängig vom zu therapierenden Krankheitsbild ein weiteres Detail bezüglich der Wirkungsweise von Kurkuma wichtig.

Im Vordergrund steht hierbei die Wasserlöslichkeit des aktiven Wirkstoffes Curcumin. Dieser löst sich lediglich schwer in Wasser. Aufgrund dessen ist die alleinige Anwendung von Kurkuma Pulver beziehungsweise Kurkuma Wurzel bei akuten Erkrankungen nur bedingt möglich, da der Wirkstoff hierbei nur sehr begrenzt zur Geltung kommt.

Erfahrungsberichte zu Kurkuma

Es existieren jedoch zahlreiche Erfahrungsberichte, dass frische Kurkuma Wurzel beziehungsweise Kurkuma Pulver als integrativer Bestandteil im täglichen Speiseplan sehr wohl positive präventive Effekte zeigt. Anhand zahlreicher Erfahrungen wird deutlich, dass sich jene Anwendungsformen von Kurkuma vorrangig zur Vorbeugung von Krebs, Diabetes mellitus oder Alzheimer bewähren.

Auch für Personen, bei denen sich im Alltag leichte Beschwerden wie ein erhöhter Cholesterinspiegel, Verdauungsproblemen oder beeinträchtige Zustände von Haut, Haaren, Leber oder Galle zeigen, kann die Verwendung von Kurkuma als Wurzel oder Pulver sinnvoll sein.

An dieser Stelle treffen sich jedoch wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen. So belegen Studien die eingeschränkte Bioverfügbarkeit von Curcumin. Zwar gelangt er in den Magen-Darm-Trakt, kann jedoch da kaum weiterverarbeitet werden beziehungsweise wirken, da sich dieser wichtige Wirkstoff nicht auflöst. Infolge dessen begannen neue Untersuchungsreihen, welche die versuchten, die Bioverfügbarkeit von Kurkuma signifikant zu erhöhen.

Erfahrungen mit Kurkuma Kapseln

Im Endeffekt erreichten Kurkuma Kapseln die höchsten Punktbewertungen. So konnte die Kurkuma Heilwirkung am intensivsten bei der regelmäßigen Anwendung dieser Kapseln nachgewiesen werden. Einerseits ist die jeweilige Dosierung mithilfe von Kurkuma Kapseln exakt kalkulierbar.

Gleichzeitig zeichnen sich die natürlichen Bestandteile durch exzellente Eigenschaften aus. Wird beispielsweise Kurkuma Wurzel zu lange gekocht, gehen essenzielle Inhaltsstoffe verloren.

Bei der Einnahme von Kurkuma Kapseln ist dies nicht der Fall. Zwar werden diese auch gemeinsam mit den täglichen Hauptmahlzeiten eingenommen, es besteht jedoch keine Gefahr für eine verminderte Wirkungsweise von Kurkuma. Zudem sind trotz regelmäßiger Einnahme keine Wechselwirkungen beziehungsweise mögliche Nebenwirkungen von Kurkuma zu beobachten.

Kurkuma Wirkung bei Krankheiten

Besonders profitieren Patienten mit beispielsweise Krebs, Diabetes mellitus, Mukoviszidose oder Alzheimer von der Kurkuma Heilwirkung, wenn die Anwendung in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgt. In diesem Zusammenhang genießt Kurkuma ein zunehmendes Ansehen seitens der Schulmediziner.

Nicht zuletzt leistet die zunehmende Anzahl an klinischen Studien einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Etablierung von Kurkuma zur gezielten Anwendung bei Erkrankungen.


Klinische Studien an Patienten

Die bis Ende 2013 veröffentlichten Studien sind in der Folge zusammengefasst. Unter ClinicalTrials.gov, einem Service des U.S. National Institutes of Health sind derzeit 99 Studienprotokolle gelistet.

Gallenblasenentzündung

Das erste Zitat in einer medizinischen Zeitschrift stammt aus dem Jahr 1937. Oppenheimer verabreichte 65 Patienten mit chronischer Gallenblasenentzündung 100 bis 250 mg einer Curcurminoidzubereitung
über 3 Wochen. Fast alle Patienten wurden beschwerdefrei und blieben nachfolgend beschwerdefrei. Eine Kurkumadosis entsprechend 3,2 bis 4 g getrockneter Wurzel stimulierte bei Patienten mit einem
Zwölffingerdarmgeschwür oder einer Gallenblasenentzündung die Gallensekretion auf das Doppelte (Kalk und Niessen, 1939).

Reizdarm-Syndrom

In eine hinweisgebende, multizentrische, randomisierte, doppelblinde Studie wurden 116 Patienten mit Reizdarmbeschwerden einbezogen. Die Behandlung über 7 Tage erfolgte mit 4 x 2 Kapseln pro Tag Plazebo (N=41), einer aktiven Kontrolle (N=36) und 2000 mg Kurkuma-Pulver aus getrockneter Wurzel (N=39). Die Besserung unter den aktiven Behandlungen war statistisch signifikant und klinisch relevant (Thamlikitkul et al., 1989).

In einer randomisierten, unkontrollierten, einfachblinden Studie, in die 207 Patienten mit einem Reizdarm- Syndrom eingeschlossen wurden, waren die Beschwerden und die krankheitsspezifische Lebensqualität unter einer Kurkumabehandlung (72 bzw. 144 mg Extrakt, keine Angaben zu DEV, Lösungsmittel und Kurkumingehalt) um 41 bzw. 57% gebessert, ohne dass ein Bezug zur verabreichten Dosis erkennbar war (Bundy et al., 2004). Da ein Plazebo-Arm nicht mitgeführt wurde, kann keine Aussage zur Wirkgrösse der Kurkumazubereitung gemacht werden.

In zwei unkontrollierten, offenen Studien erhielten insgesamt 661 Patienten mit Reizdarm-Syndrom 162 mg Kurkuma-Extrakt (DEV 13-25:1, Auszugsmittel 96% Ethanol, Dosis entsprechend etwa 2,8 g Droge) über bis zu 12 Wochen. Die Beschwerden besserten sich unter der Therapie. Wie hoch der Verum- bzw. der Plazeboeffekt war, lässt sich nicht abschätzen.

Magen-, Duodenalgeschwüre

Nach Gabe von 750 mg Gelbwurzel pro Tag über 12 Wochen waren endoskopisch 71% der Patienten geschwürfrei im Vergleich zu 94% unter Einnahme eines Antazidums (Aluminium- und Magnesiumhydroxid, Kositchaiwat et al., 1993). In einer anderen Studie erhielten die Patienten 3 g Kurkumin/Tag. Nach 4 Wochen war die Hälfte der Magen- und Duodenalgeschwüre abgeheilt (Prucksunand et al., 2001).

Fettstoffwechselstörung

Patienten mit einer Fettstoffwechselstörung (N=32) erhielten in einer randomisierten und doppelblinde Cross-Over-Studie entweder 1 g Kurkuminoide pro Tag (eine Curcurmin C3 Complex Kapsel enthielt 500 mg Kurkuminoide plus 5 mg Extrakt aus schwarzem oder langem Pfeffer (95% Piperin) oder Plazebo Kapseln mit 5 mg Pfefferextrakt) über 30 Tage (Wash-Out-Periode 2 Wochen). Die anthropometrischen Parameter wie Gewicht, BMI, Bauch-, Hüft- und Armumfang sowie das Körperfett blieben von der Einnahme der Kurkumazubereitung unbeeinflusst. Lediglich der Serum-Triglyceridspiegel hatte abgenommen, nicht
aber das Cholesterin (Gesamt, LDL, HDL) und das hCRP (Mohammadi et al., 2013). Auch bei Senioren wurde in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie keine Beeinflussing der Triglyzerid- und Cholesterinwerte im Blut beobachtet, weder nach 6-monatiger Einnahme von 1 g Kurkumin/ Tag noch von 4 g Kurkumin pro Tag, obwohl eine Wirkung zur resorbierten Kurkuminmenge deutlich erkennbar war (Baum et al., 2007). Diskutiert werden kann, ob der Piperinzusatz von 5 mg zu gering war.
Patienten mit akutem Koronarsyndrom (N=75) erhielten randomisiert und doppelblind entweder Kurkumin 45 mg, 90 mg oder 180 mg pro Tag oder Plazebo über 2 Monate. Es zeigte sich ein Trend, dass geringere Kurkumindosen
das Gesamtcholesterin und das LDL-Cholesterin senkten (Alwi et al., 2008). Um zu prüfen, ob die Einnahme von Kurkuminoiden einen Myokardinfarkt nach koronaren Bypass-Operationen verhindern können, erhielten 121 Patienten 3 Tage vor der Bypass-Operation bis 5 Tage nach der Operatio entweder 4 mg Kurkuminoide pro Tag oder ein Plazebo. Hauptzielkriterium war das Auftreten eines Herzinfarkts. Unter der Kurkumabehandlung sank die Herzinfarktinzidenz von 30% (Plazebogruppe) auf 13% (Kurkumagruppe). Im Einklang damit waren postoperativ unter der Kurkumabehandlung die Serumkonzentrationen
von entzündlichen und oxidativen Stress-Markern geringer als unter der Plazebobehandlung (Wongcharoen).

Diabetes mellitus

Der erste Einsatz einer Kurkumazubereitung zur Senkung des Blutzuckers datiert aus dem Jahr 1972 (Srinivasan et al., 1972). Bei einem insulinpflichtigen Diabetiker normalisierte sich unter Einnahme von 5 g Kurkumapulver die diabetogene Stoffwechsellage und war auch nach 3 Monaten immer noch im Normbereich. In eine randomisierte, plazebokontrollierte Studie wurden 72 Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ II einbezogen Sie erhielten über 8 Wochen entweder 0,6 g Kurkumin C3 (Kurkumin, Demethoxykurkumin, Bisdemethoxykurkumin) pro Tag, 10 mg Atorvastatin oder Plazebo. Unter der Kurkumabehandlung besserte sich die Endothelfunktion wie unter der Behandlung mit dem Statin (Usharani et al., 2008). Patienten mit geringer diabetogener Stoffwechsellage (Prädiabetes) und erhöhten Adiponectinkonzentrationen im Serum erhielten über 9 Monate entweder 250 mg Kurkumaextrakt / Tag oder Plazebo. Unter der Kurkumabehandlung
besserte sich die diabetogene Stoffwechsellage und die β-Zellfunktion (Chuengsamar et al., 2012). Patienten mit diabetischer Mikroangiopathie (N=25) erhielten offen und kontrolliert über 4 Wochen entweder 1 g des Kurkumin-Sojalecithin-Präparat Meriva® (entsprechend 200 mg Kurkumin / Tag in Kombination mit Sojalecithin) oder eine konventionelle Therapie (N=25). Unter der Kurkumabehandlung besserte sich der Blutfluss in den Füssen mehr als in der Kontrollgruppe und die Beinödeme waren geringer (Appendino et al., 2011). Bei 38 Diabetikern (Dauer der Diabetes-Erkrankung mindestens 5 Jahre) mit nachgewiesener Retino- und Mikroangiopathie wurden zusätzlich zur konventionellen Therapie über 4 Wochen 2 Tabletten à 500 mg Meriva ® verabreicht (entsprechend 200 mg Kurkumin / Tag in Kombination mit Sojalecithin). Eine vergleichbare Patientengruppe (N=39) erhielt nur die Standardtherpie. Nach einem Monat waren die klinischen Zeichen der Mikroangiopathie gemessen an der venoarteriellen Gefässreaktion und der Abnahme der peripheren Ödeme in der Kurkumagruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich gebessert. Mittels hochauflösendem Douplex Scan konnte die Abnahme des Augenhintergrundödems (Steigerwalt’s Skala) objektiviert werden. Die Abnahme des Retinaödems (Snellen Skala) ging mit einer Besserung der Sehfähigkeit einher. In der Kontrollgruppe blieben die Befunde unverändert (Steigerwalt et al., 2012).

Entzündliche Erkrankungen

Darm

Kindern und Erwachsenen mit M. Crohn wurden Darmbiopsien entnommen und mit Curcurmin inkubiert. Die Expression proinflammatorischer Zytokine wurde dosisabhängig gehemmt (Epstein et al., 2010). Kinder mit einem Pediatric Crohn’s Disease Activity Index Score unter 30 oder einem Pediatric Ulcerative Colitis Activity Index Score unter 34 erhielten in einer Dosis-Findungsstudie für 3 Wochen 1 g Kurkumin pro Tag zusätzlich zur Standardtherapie. Nach jeweils 3 Wochen wurde die Dosis verdoppelt, auf 2 g bzw. 4 g Kurkumin/Tag. Bei 3 Kindern besserten sich die Beschwerden gemessen an den krankheitsspezifischen Messinstrumenten. 2 Kinder klagten über Blähbauch. Es bleibt weiteren Untersuchungen vorbehalten, zu klären, ob eine Comedikation mit Kurkumin bei Kindern zum Heilungsverlauf der entzündlichen Darmerkrankungen beiträgt (Suskind et al., 2013). Bei 5 erwachsenen Patienten mit Colitis ulzerosa (ulzeröse Proktitis, Proktosigmoiditis) besserte sich der entzündliche Schub im Verlauf von 2 Monaten unter der Behandlung mit 1100 mg Kurkumin pro Tag (1. Monat), 1650 mg Curcurmin pro Tag (2. Monat), ebenso bei 5 Patienten mit Morbus Crohn unter der Behandlung von 1080 mg Curcurmin pro Tag (1. Monat), 1440 mg Kurkumin pro Tag (2. Monat) (Holt et al., 2005). In einer explorativen randomisierten Doppelblindstudie an 89 Patienten mit Colitis ulzerosa waren der klinische und der endoskopische Aktivitätsindex unter 2 g Kurkumin pro Tag zusätzlich zur Sulfasalazinbehandlung geringer als wenn Plazebo anstelle von Kurkumin verabreicht wurde (Hanai et al., 2006). Auch Kurkumin-Einläufe zusätzlich zur oralen Gabe von 5-ASA zeigten bei 45 Patienten mit geringer bis mässiger Colitis ulzerosa (unter 25 cm Ausbreitung im Darm) einen bessernden Effekt im Vergleich zu Plazebo-Einläufen. Doch war die Anzahl der akuten Colitis-Exazerbationen nicht geringer (Singla et al., 2013). Lahiff und Mitarbeitern beobachteten bei einer Patientin mit Colitis ulcerosa unter Einnahme von 500 mg Kurkumin zusätzlich zu Prednisolon eine Remission der Erkrankung. Ein systematisches Review zur Remissionsbehandlung der Colitis ulzerosa (Kumar et al., 2012) kommt zu folgendem Schluss: In das Review konnte nur die Studie von Hannai et al. (2006) einbezogen werden, weshalb zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unklar ist, wie wirksam Kurkumin zur Prävention colitischer Schübe ist.

Bauchspeicheldrüse

Bei 20 Patienten mit tropischer Pankreatitis besserten sich die Biomarker der Entzündung unter der Behandlung einer Kurkumin-Drug Enhancer-Kombination (0,5 g Kurkumin und 5 mg Piperidin pro Tag, Durgaprasad et al., 2005).

Auge

Acht Patienten mit einem idiopathischen entzündlichen Pseudotumor im Auge erhielten über 6 bis 22 Monate eine Kurkumazubereitung mit 1,05 g Kurkumin pro Tag. Fünf der Patienten beendeten die Studie, 4 waren in Remission und bei einem Patienten hatte sich die Schwellung zurückgebildet, es bestand nur
noch eine Bewegungsstörung der Augen (Lal et al., 2000). Patienten mit chronischer Uveitis erhielten in unkontrollierten Studien über 3 Monate 1,125 g Kurkumin pro Tag (n=53, Lal et al., 1999) bzw. 1,2 g Kurkumin mit Soja-Phosphatidylcholin pro Tag (n=122, Allegri et al., 2010). Die Beschwerden besserten sich unter der Therapie, doch kann die Wirkgrösse nicht abgeschätzt werden.

Rheumatoide Arthritis

In einer Studie aus dem Jahr 1980 wurden 18 Patienten mit rheumatoider Arthritis mit 1,2 g Kurkumin pro Tag behandelt. Das Ergebnis zeigte einen Trend zur Besserung der Beschwerden (Deodhar et al., 1980). In einer randomisierten einfachblinden dreiarmigen Pilotstudie waren bei 45 Patienten die rheumatoiden Arthritisbeschwerden unter 0,5 g Kurkumin pro Tag (N=9) nach 8 Wochen mehr gebessert als unter 50 mg Diclofenac pro Tag (N=9), am besten schnitt die Behandlung mit der Kombination aus Kurkumin mit Diclofenac (N=9) ab (Chandran et al., 2012). Patienten mit einer therapieresistenten Lupusnephritis (n=24) schieden unter einer Kurkumabehandlung (1500 mg pro Tag mit 66 mg Kurkumin) weniger Eiweiss aus als Patienten, die ein Plazebo erhielten (Khajehdehi
et al., 2012).

Psoriasis

In einer offenen Studie wurden 12 Patienten mit Psoriasis über 12 Wochen mit 4,5 g Kurkuminoid C3-Komplex behandelt (equivalent zu 900 mg Kurkumin). Die Intention-to-Treat-Auswertung konnte keinen Wirksamkeitstrend erkennen (Kurd et al., 2008). Bei 10 Patienten mit Psoriasis linderte eine 1%ige
Curcurmincreme die Floridität der Entzündung durch Hemmung der ATP- Phosphorylase b Phosphotransferase ebenso wie ein Vitamin D3-Analogon. Klinische, histologische und immunhistologische Parameter besserten sich unter der Therapie (Heng et al., 2000).

Krebserkrankungen

Darm

Zwölf Patienten mit einem Coloncarcinom erhielten präoperativ über 7 Tage einen Kurkumaextrakt standardisiert auf 0,45 bis 3,6 g Curcurmin pro Tag. Im Blut wurden nur Spuren des Wirkstoffs entdeckt, im normalen Darmgewebe wie im Tumorgewebe konnte sowohl der Wirkstoff wie auch seine Abbauprodukte
nachgewiesen werden. Die molekularen Veränderungen im Gewebe wiesen auf eine antikanzerogene Wirkung des Kurkuma-Wirkstoffs hin (Garcea et al., 2005). Von 28 Patienten mit einem Coloncarcinom haben 26 mit der Einnahme von 2,35 g Kurkumin pro Tag (Kurkumin C3-Komplex mit 5 mg Piperin) begonnen
und 24 Patienten die 14-tägige Einnahme beendet.

Bei 23 Patienten konnten endoskopisch Darmbiopsien sowie Blutproben entnommen werden. Auch diese Untersuchung bestätigte, dass sich pharmakologisch wirksame Mengen des Wirkstoffs in der Darmschleimhaut anreichern und dass das Kurkumapräparat gut vertragen wurde. Nur bei 6 Patienten traten geringe gastrointestinale Beschwerden auf (Irving et al. 2013). Je 15 Patienten mit therapieresistentem Darmkrebs erhielten bis zu 3 (5 Patienten) bzw. 4 (2 Patienten) Monate Kurkumaextrakt (440 mg = 2 Kapseln pro Tag), dann ansteigend bis zur Maximaldosis von 2200 mg (10 Kapseln pro Tag) entsprechend 36–180 mg Kurkuminoiden pro Tag (pro Kapsel: 18 mg Kurkumin und 2 mg Desmethoxykurkumin in 200 mg ätherischem Kurkumaöl (hauptsächliche Bestandteile Tumeron, Atlanton, und Zingiberen)). Der Extrakt wurde gut vertragen und nahezu unverändert ausgeschieden (Sharma
et al., 2001).

In einer weiteren Studie verabreichten die Autoren bis zu 8 Kapseln a 500 mg einer Kurkumazubereitung mit 450 mg Kurkumin, 40 mg Desmethoxykurkumin und 10 mg Bisdesmethoxykurkumin (maximal 3,6 g Kurkurmin pro Tag) über 4 Monate und empfahlen diese Dosis zur Karzinombehandlung bei einer Krebslokalisation ausserhalb des Magen-Darmtrakts. Unter der Einnahme dieser Kurkumazubereitung kam es lediglich gelegentlich zu Durchfällen. Die Wirksamkeit der Behandlung zeigte sich an der verringerten Produktion des Entzündungsparameters Prostaglandin E2 in den Leukozyten der Patienten ex vivo in vitro (Sharma et al., 2004).

Auf eine Antikrebswirkung der Kurkumabehandlung wies auch eine Studie hin, die 126 Patienten einbezogen hatte (He et al., 2011). Unter der Behandlung mit 1,08 g Kurkumin pro Tag kam es ausserdem zur Gewichtszunahme der Patienten. Bei Patienten mit Colonpolypen nahmen unter einer 6-monatigen Einnahme von 0,48 g Kurkumin pro Tag (zusammen mit 20 mg Quercetin als Drug- Enhancer) die Anzahl und die Grösse der Polypen ab (Cruz-Correa et al., 2006).

Bei 44 Rauchern mit acht und mehr aberrierenden Kryptenherden wurde nach Einnahme von 4 g Kurkumin pro Tag (nicht aber 2 g pro Tag) über 30 Tage eine Reduktion der aberrierenden Krypten beobachtet (Carroll et al., 2011).

Mund

In einer vergleichenden Untersuchung kauten 50 Patienten mit oralen Mundschleimhautveränderungen (25 mit Leukoplakien oder submukösen Fibrosen, 25 mit Lichen planus) und 25 gesunde Freiwillige über 7 Tage bzw. bis zum Abheilen der Läsionen eine Kurkumazubereitung (1g/Tag, 900 mg Kurkumin, 80 mg Desmethoxykurkumin, 20 mg Bismethoxykurkumin). Die Veränderungen im Profil der Biomarker im Serum wiesen auf eine Antikrebswirkung der Kurkumazubereitung hin (Rai et al., 2010).

In einer Studie an 21 Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom im Kopf-/Halsbereich, 39 Patienten mit Karies und 5 Kontrollpersonen konnte gezeigt werden, dass nach Kauen von Tabletten mit 1000 mg Kurkumin im Speichel die Konzentration an pro-inflammatorischen Zytokinen abgenommen hatte (Kim et al., 2011).

Bei Patienten mit submukösen Fibromen nahmen im Abstrich unter einer 3-monatigen Behandlung mit 3 g alkoholischem Kurkumaextrakt, 3 g Extrakt plus 600 mg Kurkumaöl oder 3 g Extrakt plus 600 mg Kurkumaoleoresin die Anzahl der Schleimhautzellen mit Mikronuclei und im Blut die Anzahl der Lymphozyten mit Mikronuclei ab. Im Schleimhautabstrich war die Wirkung des Kurkumaoleoresins stärker als die des Extrakts und des Kurkumaöls (Hastak et al., 1997). In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie
über 7 Wochen fand sich kein Hinweis darauf, dass 2 g Curcumide pro Tag eine abheilende Wirkung auf die Lichen planus-Läsionen im Mund gehabt hätten (Chainani-Wu et al., 2007), während 6 g Kurkumin pro Tag schon nach 2 Wochen eine Besserung des Erythems und der Ulzera erkennen liessen (Chainani-Wu et al., 2012).

Pankreas

In 3 offenen Studien bei Patienten mit einem Pankreaskarzinom wurde bei je 17 bis 25 Patienten 8 g Kurkumin pro Tag verabreicht. Diese hohe Kurkumindosis wurde vom Magen-Darmtrakt nicht immer gut ertragen. Insgesamt wurde aber die Wirkung auf das Karzinomleiden als günstig eingestuft (Dhillon et al.,
2008, Epelbaum et al., 2010, Kanai et al., 2011). Von 20 Patienten mit einem Bauchspeicheldrüsenkarzinom und Resistenz gegenüber dem Zytostatikum
Gemcitabin lebten 5 Patienten unter zusätzlicher Gabe des Kurkuma-Wirkstoffs Curcurminoide noch nach einem Jahr. Die tägliche Einnahme von 8 g Kurkumazubereitung pro Tag wurde mehr (Kanai et al., 2011) oder weniger (Epelbaum et al., 2010) gut vertragen. Eine höhere Dosis war wegen der Anzahl der zu schluckenden 1 g-Kapseln nicht möglich. Die Kapseln enthielten 900 mg Kurkumin, 80 mg Desmethoxykurkumin und 20 mg Bisdesmethoxykurkumin (Dhillon et al., 2008) und zeigten trotz der geringen Resorption des Wirkstoffs im Zeitraum bis zu 18 Monaten laborchemische Veränderungen im Blut, die als günstigim Sinne einer Antikrebswirkung eingestuft werden können (Dhillon et al., 2008).

Brust

Bei 14 Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs wurden die von 0,5 g pro Tag ansteigend bis zu 6 g pro Tag verabreichten Kurkuma-Dosen gut vertragen, während bei 8 g pro Tag unerwünschte Wirkungen auftraten (Bayet-Robert et al., 2010). Eine Bestrahlungstherapie unter 6 g Kurkumazubereitung pro Tag
wurde von den mit Chemotherapeutika behandelten Brustkrebspatientinnen besser vertragen als von Patientinnen, die ein Plazebo erhalten hatten. Dies reflektierte sich in der Abnahme strahlenbedingter Hautentzündungen (Ryan et al., 2013).

Knochenmark

26 Patienten mit einem multiplen Myelom erhielten über 3 Monate im Cross-over-Design (2:1) entweder 4 g Kurkumin pro Tag oder Plazebo. Bei Patienten mit hohen Paraproteinausgangswerten kam es zur Besserung des Blutbefunds (Golombick et al., 2009).

Von 19 Patienten mit monoclonaler Gammopathie unbekannter Ursache und 17 Patienten mit multiplem Myelom beendeten 25 Patienten die randomisierte doppelblinde Crossoverstudie über 3 Monate mit 4 g Kurkumin pro Tag und 18 Patienten das anschliessende Follow-up mit 8 g Kurkumin pro Tag. Unter der Kurkuminbehandlung nahmen das «free light-chain ratio» ab, ebenso die Differenz zwischen «clonal» oder «nonclonal light-chain» und involvierten «free light-chain». Ein Marker der Knochenresorption (uDPYD) nahm nur im Kurkuma-Arm ab, nicht im Plazebo-Arm und ebenso der Serum-Kreatininspiegel. Dies könnte darauf hinweisen, dass Kurkuma den Krankheitsverlauf bei den Patienten verlangsamt (Golombick et al., 2012).

Haut

Bei 62 Patienten mit Hautkrebsläsionen besserte ein oral verabreichter Alkoholextrakt wie eine topische Zubereitung aus Kurkuma das Beschwerdebild. Der unangenehme Geruch verschwand bei 90% der Patienten, der Juckreiz bei fast allen. Bei etwa 10% der Patienten nahm die Grösse der Hautläsionen ab.
Nur bei einem Patienten traten Nebenwirkungen auf (vermutlich allergisch-bedingter Juckreiz) (Kuttan et al., 1987). Einfluss auf die Nebenwirkungen unter

Chemo- und Bestrahlungstherapie

Um den Einfluss von Kurkuma auf die Nebenwirkungen unter Chemo- bzw. Bestrahlungstherapie zu untersuchen, erhielten je 80 Patienten entweder dreimal täglich 500 mg Meriva (Kombination aus 100 mg Kurkuminoiden (Verhältnis Kurkumin : Demethoxykurkumin : Bisdemethoxykurkumin 33 : 8 : 1), 200 mg Sojalecithin und 200 mg Cellulose) oder ein Scheinmedikament zusätzlich zur üblichen Standard-Krebstherapie. Eingeschlossen wurden Patienten mit einem Colon- oder Rektumkarzinom (34%), Leber oder Nierenkarzinom (12%), Magenkrebs (11%), Lungenkrebs (23%), Krebs in den weiblichen Genitalien einschliesslich der Ovarien (11%) oder Blutkrebs (9%). Die Studie dauerte 4 Monate und begann unmittelbar nach dem 1. Zyklus der Chemo- oder Bestrahlungstherapie (4 –16 Wochen nach der Tumorresektion). Die
Kurkuma-Kombination wurde mindestens über 2 Monate eingenommen. Hauptzielkriterium waren die subjektiven Angaben der Patienten zu üblichen Nebenwirkungen wie Durchfall / Verstopfung, Übelkeit / Erbrechen, Appetitlosigkeit, Vergesslichkeit, Leukopenie / Thrombozytopenie etc. sowie Organschädigungen (Herz, Leber, Nieren, Ohren). Die Besserung der Nebenwirkungen unter der Kurkuma-Kombination ist ein konkreter Hinweis auf die empirisch beobachtete Besserung der Beschwerden unter Einnahme von Kurkumapräparaten. Dies muss nun in einer Studie mit einem beweisenden Studiendesign belegt werden (Belcaro et al., in press). In einer Dosis-Findungsstudie wurde gezeigt, dass bei Carcinompatienten mit verschiedenen Tumoren die Einnahme von 0,5 bis 8 g Kurkuminoiden pro Tag über 3 Monate nicht von unerwünschten Wirkungen begleitet war, während eine Dosis von 12 g pro Tag aber vom Darm nicht mehr gut vertragen wurde. Maximale Kurkuminspiegel im Blut wurden etwa 2 Stunden nach der Einnahme gemessen. Während der 3-monatigen Einnahme der Kurkumazubereitungen konnte Kurkumin im Urin nicht nachgewiesen werden (Cheng et al., 2001).

Erkrankungen mit Schmerzen

Degeneratives Rheuma

Die Kurkumin-Sojalecitin-Kombination wurde in 2 offenen Studien bei Patienten mit degenerativen rheumatischen Beschwerden untersucht. Die 500 mg-Tabletten enthielten 20% Kurkuminoide (75% Kurkumin, 15% Demethoxykurkumin, 10% Bisdemethoxykurkumin), 40% Phosphatidylcholin und 40% Cellulose.

In einer Studie erhielten 50 Patienten 0,2 g Kurkumin/Tag über 3 Monate (Belcaro et al., 2010a) und in der anderen 100 Patienten über 8 Monate entweder 0,4 g Kurkumin/Tag zusätzlich zur konventionellen Therapie oder ausschliesslich konventionelle Therapie (Belcaro et al., 2010b). Die Beschwerden besserten sich unter dem Kurkumazusatz mehr als unter alleiniger konventioneller Therapie, so der WOMAC-Index, die beschwerdefreie Gehstrecke und die Entzündungsparameter im Blut (Belcaro et al., 2010b).

In einer vergleichenden Studie erhielten Patienten mit primärer Kniearthrose über 6 Wochen randomisiert entweder 2 g Kurkumaextrakt (Spezies domestica, Lösungsmittel Alkohol, das Kurkumaöl wurde entfernt) (N=52) oder 800 mg Ibuprofen (N=55) pro Tag. Der Kurkumaextrakt war der Ibuprofenwirkung nicht unterlegen (Kuptniratsaikul et al., 2009).

In einer randomisierten hinweisgebenden Doppelblindstudie waren die klinischen Beschwerden unter der Kombination von 1 g Kurkumin pro Tag plus 75 mg Diclofenac besser als unter alleiniger Einnahme von 75 mg Diclofenac (Pinsornsak et al., 2012).

In eine Pilotstudie wurden 15 Patienten (3 mit degenerativen rheumatischen Beschwerden in der Schulter oder im Knie, 6 mit Neuralgien oder Rückenschmerzen, 3 mit chronischen Kopfschmerzen, 2 mit Muskelschmerzen
und einer mit Zahnschmerzen) einbezogen. Im erste Zyklus erhielten die Patienten zur Therapie ihrer Schmerzen 3 Behälter (Gruppe A Nimesulid 100 mg (1 Tablette), Gruppe B Paracetamol 500 mg (2 Tabletten), Gruppe C die Kurkumazubereitung Meriva® mit 20% Kurkumin, 40% Phosphatidylcholine
und 40% Cellulose (3 Tabletten), ohne dass die Patienten wussten, was sich in den Behältern befand. Die Auswaschphase zwischen den Behandlungen betrug 48 Stunden. Im zweiten Zyklus erhielten die Patienten statt des Behälters C einen Behälter D mit 4 Tabletten Meriva®. Den Patienten war es nach 8 Stunden
erlaubt, bei Schmerzen eine zweite Dosis zu nehmen. Nach Einnahme der Kurkumazubereitung dauerte es länger bis zum Eintritt der Analgesie als nach Einnahme der konventionellen Schmerzmittel. Die Dosis von 2 g Kurkumin war der Einnahme von 1,5 g überlegen, doch hielt die Analgesie im Mittel nur 4 Stunden an und die Einnahme einer zweiten Dosis war erforderlich. Die Autoren vermuteten, dass aufgrund der Zytokininteraktion von Kurkumin eine längerfristige Kurkuma-Einnahme zur Schmerzlinderung akuter Schmerzen beitragen könnte (Di Pierro et al., 2013a).

Neuropathische Schmerzen

In einer weiteren Studie schlossen die Autoren 141 Patienten mit neuropathischen Schmerzen aufgrund einer Bandscheibenprotrusion, einer Lumbalstenose oder eines Carpaltunnelsyndroms ein. Die Patienten
erhielten offen, randomisiert und kontrolliert entweder 800 mg/Tag Kurkumin-Phytosom plus 4 mg Piperin (Drug-Enhancer) zusäzlich zu Liponsäure oder nur Liponsäure zusätzlich zu 800 mg Dexibuprofen pro Tag. Die Kontrollgruppe erhielt nur Dexibuprofen. Der Liponsäurezusatz zum Dexibuprofen zeigte keine Wirksamkeit, im Gegensatz zum Kurkumin-Piperinzusatz (Di Pierro et al., 2013b). Doch muss die Überlegenheit der Dexibuprofen-Kurkuminoid-Piperin-Kombination jetzt in einer definitiven Studie bewiesen werden.

Ein 15jähriges Mädchen, das an der angeborenen motorischen und sensiblen Neuropathie «Dejerine- Sottas-Krankheit» litt, erhielt zunächst über 4 Monate 50 mg Kurkumin/kg/Tag und im Anschluss 75 mg Kurkumin/kg/Tag über weitere 8 Monate. Die Kurkuminmedikation wurde gut vertragen, ob allerdings diese
Behandlung eine Wirkung auf das Krankheitsbild hatte, bleibt weiteren Untersuchungen vorbehalten (Burns et al., 2009).

Postoperative Schmerzen

Nach chirurgischer Intervention bei inguinalen Hernien oder Hydrozelen erhielten 45 Patienten in einer explorativen randomisierten Doppelblindstudie entweder 1200 mg Kurkumin, 300 mg Phenylbutazon oder Plazebo über 5 Tage. Die postoperativen Beschwerden waren in der Kurkumin- und Phenylbutazongruppe um mehr als 20% besser als in der Plazebogruppe (Satoskar et al., 1986).

Morbus Alzheimer

In einer randomisierten Doppelblindstudie erhielten 36 Patienten mit geringem bis mässigem Morbus Alzheimer (Mini-Mental-Status 17–24) über 24 Wochen entweder Kurkumin C3-Komplex 2 g oder 4 g pro Tag oder Plazebo. Ein Follow-Up bis zu 48 Wochen war möglich, wobei die Plazebopatienten 1:1 im Follow-Up
entweder 2 g oder 4 g Kurkumin C3-Komplex erhielten. Hauptzielkriterien
waren verschiedene Alzheimer- Scores und Laborparameter. Das Ergebnis zeigte keinen Wirksamkeitstrend in Richtung Besserung der Befunde (Ringman et al., 2005). In der randomisierten plazebokontrollierten Doppelblindstudie von Baum
und Mitarbeitern (2008) wurden 34 Patienten mit Kurkumin (4 g oder 1 g) oder Plazebo über bis zu 6 Monate behandelt. Klinisch fand sich kein Unterschied zwischen den Kurkumagruppen und dem Plazebo. Auch die Serumkonzentrationen der Ass40-Oligomere unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen. Drei Kasuistiken aus Japan geben auch einen Hinweis darauf, dass eine Kurkumazubereitung mit 100 mg Kurkumin pro Tag (Behandlungszeit ein Jahr) die Lebensqualität der Patienten und die Aktivität unter Tage bessern könnten (Hishikawa et al.,2012).

Benigne Prostatahyperplasie

In einer kontrollierten Studie erhielten 61 Patienten mit benigner Prostatahyperplasie entweder das Kurkumin- Sojalecithin-Präparat Meiva® (1000 mg/Tag entsprechend 200 mg Kurkumin) zusätzlich zur konventionellen
Therapie (N=33) oder ausschliesslich die konventionelle Therapie (N=28). Die Studie gibt einen Hinweis darauf, dass gemessen am Internationalen Prostata-Beschwerde-Index und der Lebensqualität der Kurkuma-Zusatz zu einem besseren Behandlungsergebnis führt (Ledda et al., 2012). 100 Männer mit
erhöhter PSA-Konzentration im Serum erhielten in einem randomisierten Doppelblindversuch entweder 100 mg Kurkumin zusammen mit 40 mg Isoflavonen oder Plazebo. 85 Männer beendeten die Studie. Männer mit einem PSA-Ausgangswert über 10 ng/ml hatten nach 6 Monaten Behandlung einen geringeren PSA-Wert als die Männer der Kontrollgruppe (Ide et al., 2010).

Transplantationen

In einer randomisierten Doppelblindstudie erhielten 43 Patienten nach einer Nierentransplantation entweder 480 mg Kurkumin mit 20 mg des Drug-Enhancers Quercetin oder 960 mg Kurkumin mit 40 mg Quercetin oder Plazebo. Hauptzielkriterium war die Notwendigkeit zur Dialysebehandlung in der Woche nach der Transplantation und ein Kreatinwert über 2,5 mg % am Tag nach der Operation. Die Kurkumabehandlung schnitt besser ab als die Plazebobehandlung. Abstossungsreaktion und Neurotoxizität waren in der
Gruppe mit der höheren Kurkumazubereitung am geringsten (Shoskes et al., 2005).

Tuberkulose

Von 528 Patienten unter Anti-Tuberkulosetherapie erhielten 328 zusätzlich entweder 1 g einer auf 25% Kurkumin angereicherten Kurkuma-Zubereitung oder einen anderen Pflanzenextrakt über einen Zeitraum von 6 Monaten. Unter den pflanzlichen Zusatztherapien war das Ausmass der Leberschädigung signifikant geringer (Adhvaryu et al., 2008).

Vitiligo

Eine Creme mit Tetrahydrokurkuminoid zusammen mit Kurzwellen-Phototherapie über 12 Wochen hatte möglicherweise einen positiven Effekt auf die Repigmentierung bei Vitiligo (Asawanonda und Klahan, 2010).

Helicobacterinfektion

Anstelle einer Antibiotikabehandlung erhielten 25 Patienten mit einer Helicobacter-Infektion über 7 Tage 60 mg Kurkumin zusammen mit Lactoferrin, N-Acetylcystein und Pantoprazol. Obwohl der Helicobacter persistierte, besserten sich die klinischen Beschwerden in der Folge (Di Mario et al., 2007). Auch der
Vergleich einer antibiotischen Therapie versus Kurkurmin in einer randomisierten Studie, ergab keinen Hinweis auf mögliche Eradikation der Helicobacterinfektion durch die Kurkuma-Zubereitung (Koosirirat et al., 2010).

Chronische Arsenvergiftung

In einer arsenverseuchten Gegend Westbengalens in Indien reduzierte der dreimonatige Zusatz von 1 g einer nicht näher charakterisierten Kurkumazubereitung die arsenbedingte DNS-Schädigung und verbesserte die antioxidative Kapazität im Blut. Untersucht wurden 286 Personen, von denen die Hälfte ein Plazebo erhielt (Biswas et al., 2010). Der Kurkuma-Zusatz stimulierte bei 66 Personen die Reparaturmechanismen der arsenbedingten DNS-Schädigung (Roy et al., 2011).

Quelle und Link zur Studie

https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/08_institute/rechtsmedizin/pdf/Addenda/2016/Kurkuma_-_Wissenschaftliche_Zusammenfassung_2015.pdf